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Ist die Rente noch zu retten? - Bericht Veranstaltung 27.11.2025

Ist die Rente noch zu retten? Oder: Was ist zu tun, um auch in Zukunft verlässliche und auskömmliche Renten zu sichern und die Finanzierung gerecht zu gestalten?

Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer Veranstaltung zu der die Akademie 2. Lebenshälfte – Kontaktstelle TKS am Donnerstag, 27.11. 2025 in die Räume der Ev. Auferstehungsgemeinde in Kleinmachnow eingeladen hatte. Die Brisanz und Aktualität der Thematik zeigte sich tags zuvor in der Generaldebatte im Bundestag. Der Streit um die Rentensicherheit schlug dort hohe Wellen. Dabei wurde und wird deutlich, dass diese Debatten selten zur wirklichen Klärung beitragen; vielmehr verstärken sie bei der Mehrheit der Bevölkerung Unsicherheit und Orientierungslosigkeit.

Wie funktioniert eigentlich unser Rentensystem, welche Herausforderungen und konstruktiven Vorschläge gibt es mit Blick auf die aktuelle Debatte? - Valentin Persau, Referent bei der Heinrich-Böll-Stiftung griff diese Frage auf und nahm in seinem Vortrag Bezug auf die Anfang des Jahres herausgegebene Studie „Rente mit Zukunft“*: Dort werden verschiedene Reformszenarien der Alterssicherung entwickelt und auf einer wissenschaftlichen Grundlage untermauert, wodurch bislang isolierte Vorschläge besser eingeordnet werden können. Die Teilnehmenden an der Veranstaltung wussten dies zu schätzen. Es wurde nachgefragt, eigene Gedanken und Ăśberlegungen eingebracht, man hörte einander zu. Auf diese Weise wuchs im Verlauf der Veranstaltung auch das Verständnis fĂĽr die Herausforderungen vor dem das Versicherungssystem angesichts der Vielfalt von Erwerbsformen und -biografien heute steht. Gleichzeitig wurde aber auch deutlich, dass das Prinzip der Umlage zu den groĂźen errungenschaften und VorzĂĽgen eines gesetzlichen Rentensystems gehört und die Grundlage fĂĽr eine solidarische Entwicklung und Daseinsvorsorge in der Gesellschaft bietet. 

Michael Popp, Referent bei der VdK konnte in diesem Zusammenhang immer wieder aus seiner Beraterpraxis berichten: Menschen mit gebrochenen Erwerbsbiografien oder Menschen – hier besonders Frauen –, die viele Jahre im Niedriglohnsektor arbeiteten oder Menschen, die als Zugewanderte erst spät in die Rentenversicherung eingezahlt haben, stehen am Ende ihrer Berufsbiografie nicht selten vor der Frage, wie sie von der geringen Rente überhaupt leben können. Nicht wenige sind von Altersarmut betroffen und auf staatliche Unterstützung, finanziert durch Steuermittel, angewiesen. Aber auch Junge, die über lange Jahre erfolgreich als „Selbstständige“ tätig waren, aber in den „guten Zeiten“ nicht vorgesorgt haben, stehen am Ende vor der großen Frage, wie geht es jetzt im Alter weiter?

Ist die Absicherung und Neugestaltung also wirklich nur eine Frage der „Generationengerechtigkeit“ oder vielmehr ein Thema, das alle angeht? – Hier machten die Gespräche deutlich: Es gibt durchaus „Stellschrauben“ oder „Entwicklungspfade“ fĂĽr eine generationsverbindende Alterssicherung: Die Stabilisierung des Rentenniveau; eine Stärkung der Erwerbstätigkeit auch im Alter, ohne dass dabei der Ruhestand als arbeitsfreie und selbstbestimmte Lebenszeit unter Druck gerät; die Einbeziehung aller Erwerbstätigen (Selbstständige und Beamte) in die Pflichtversicherung, Kapitaldeckung als (gesellschaftliche) Zusatzleistung, nicht nur als Privatvorsorge – gehören dazu. Das aktuelle „Pensionsmodell“ in Ă–sterreich zeigt an dieser Stelle exemplarisch, dass ein Rentensystem sich durchaus an (unterschiedlichen) Lebensrealitäten von Menschen ausrichten und "gerecht" gestaltet werden kann. 
*Rente mit Zukunft - Reformszenarien der Alterssicherung; Studie von Prof. Frank Nullmeier unter wiss. Mitarbeit von Magnus Brosig, April 2025 (Hrsg. Heinrich-Böll-Stiftung) https://www.boell.de/de/2025/03/17/rente-mit-zukunft


 

Veröffentlicht am 4. Dezember 2025

 
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