Das Projekt wurde aus Mitteln des Seniorenpolitischen Maßnahmenpaketes des Landes Brandenburg bzw. aus Lottomitteln finanziert.
Senioren-Wohnexperten - Mitgestalter Regionaler Prozesse
Anfang
September 2010 fand der erste Workshop für die Weiterbildung und Vernetzung von aktiven
Älteren statt, die sich in ihren Kommunen für die Verbesserung der
Möglichkeiten des Wohnens im Alter einsetzen. Unter Leitung von Seniorenbeiräten und Seniortrainern sind in den letzten Jahren
vielfältige Formen des Engagements für dieses Thema vor Ort entstanden:
Analysen und Befragungen, wie z.B. in Ketzin,
Seddin und Ludwigsfelde;
Arbeitskreise und runde Tische wie z.B. in Falkensee,
Pausin; Informationsmaterialien, Veranstaltungsreihen und Beratungen von
Älteren für Älteren wie z.B. in Potsdam und Eberswalde. Das war für die Akademie
„2.Lebenshälfte“ Anlass, interessierte Akteure zum Erfahrungsaustausch
zusammenzubringen.
Unter der Fragestellung – was können wir als Ältere tun, um
die Möglichkeiten des selbstbestimmten Wohnens im Alter in den Dörfern und
Städten Brandenburgs zu verbessern – wurden wichtige Handlungsfelder
abgeleitet:
- aktive Einflussnahme der Älteren, insb. der Seniorenbeiräte, auf die Verstärkung der Aktivitäten der Kommunen, auf die Durchführung von konkreten Bedarfserfassungen sowie die Planung und Entwicklung von Bau- und Sanierungsvorhaben
- Informations- und Öffentlichkeitsarbeit, um Bürger und Politiker zu sensibilisieren und zu aktivieren
- Gewinnung und Vernetzung vieler Partner vor Ort, Initiierung von Runden Tischen
- Verstärkung der Beratungsmöglichkeiten für die Bürger
- Entwicklung von Netzen gegenseitiger Hilfe, die das Verbleiben im Dorf ermöglichen.
Auch die fachlichen Beiträge auf dem Workshop fanden großen Anklang. Besonders
begeistert wurde das Beispiel von einer Gemeinde in Süddeutschland aufgenommen,
die einer Bürgerverein gegründet hat, um die Schaffung geeigneter
Wohnmöglichkeiten für ihre pflegebedürftigen Bürger selbst in die Hand zu
nehmen und deren Betreuung durch viele Ehrenamtliche vor Ort zu sichern.
Dokumentation Workshop Senioren-Wohnexperten 21.08. bis 01.09.2010
PDF-Datei (2 MB), September 2010
Programm Seniorenwohnexperten
PDF-Datei (294 kB), August 2010
Zweiter Workshop im Januar 2012
Im Januar 2012 fand der zweite Workshop mit 25 interessierten Älteren in der HVS Seddiner See statt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen vor allem aus Seniorenräten der Gemeinden und Kreise Brandenburgs, die meisten aus dem sogenannten „inneren Verflechtungsraum“ rundum Berlin. Dort wird auch der Zuwachs der Hochaltrigen in den nächsten Jahren am höchsten sein, dort ist der Bedarf nach seniorengerechtem Wohnraum viel höher als das derzeitige Angebot. Einige der Akteure sind in Initiativen und Vereinen in ihren Kommunen tätig oder haben zu dem Thema „Wohnen“ selbst Aktivitäten vor Ort auf die Beine gebracht. Sie alle waren sehr an dem Austausch interessiert, um in ihrer Stadt, ihrer Gemeinde mehr zu erreichen. Nach einer kurzen Einführung durch Dr. Ingrid Witzsche von der Akademie 2.Lebenshälfte und der Vorstellungsrunde zeigte Holger Weichler von den „raumplanern“ Ergebnisse von Analysen und Wettbewerben zum Wohnen in Brandenburg auf. Er stellte dar, welche Wohn- und Wohnumfeldbedingungen wichtig sind, welche guten Beispiele es bereits gibt und wieviel noch getan werden muss. Anschließend diskutierten die Akteure über die Situation in ihren Komunen.
Am zweiten Tag wurden konkrete Erfahrungen und Beispiele vorgestellt: Dagmar v. Kleist hat die Arbeitsgruppe „Wohnen im Alter“ in Falkensee gegründet und mit interessanten Veranstaltungen, mit Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit bereits viel Aufmerksamkeit in ihrer Kommune gefunden, dazu auch gute Partner. Neue gemeinsame Vorhaben sind entstanden.
Lore Bertz vom Seniorenbeirat Potsdam ist ebenfalls eine der Vorkämpferinnen. Ihre Arbeitsgruppe „Bezahlbares altersgerechtes und betreutes Wohnen' bietet seit Jahren Beratung, Informationsmaterialien und Veranstaltungen zum Thema in Potsdam an, kennt alle Wohnmöglichkeiten für Ältere und leistet auch direkte Unterstützung. Vor allem konnten die Aktiven erreichen, dass sich die Wohnungsgesellschaften und andere Bauherren mehr Gedanken machen über die Anforderungen der Älteren an die Wohnungen. Als Mitglied im Netzwerk „Älter werden in der Landeshauptstadt Potsdam“ haben auch sie viele Partner gefunden und werden überall einbezogen.
Doris Kühl von der Wohnungsgesellschaft Frankfurt/Oder berichtete über eine ganz andere ungewohnte Initiative. Die Wohnungsgesellschaft hat einen Seniorenbeirat geschaffen, der sehr viel dazu beiträgt, dass die Interessen der Älteren bei der Planung und Umsetzung berücksichtigt werden, der aber auch selbst aktiv mit Veranstaltungen und vielfältigen Angeboten für das Wohlergehen der Senioren sorgt.
Dokumentation Senioren-Wohnexperten 2012
PDF-Datei (2 MB), Dezember 2012
